Off to South Africa

 
12August
2014

#3 Orientation Cape Town

Der zweite Orientation-Tag war dann in Cape Town, wo wir von Zahid alle schönen Ecken von der beeindruckenden Stadt gezeigt bekommen haben.

 

 

Unser erster Stop war der Bloubergstrand, der bei wärmeren Temperaturen sicher schöner gewesen wäre. Ein warmer Kakau machte das aber wieder gut und so ging es weiter in die Innenstadt wo wir uns den Companys Garden anschauten.

Ich dachte mir: oh schön! So viel grün mitten in der Stadt und fotografierte durch die Gegend. Und plötzlich kommt ein riesiges Squirrel auf mich zu gerannt. Von daheim kannte ich Eichhörnchen nur aus der Ferne und äußerst schreckhaft. Hier das Gegenteil. Sie freuten sich wie kleine Kinder als wir den schmalen Weg entlang liefen. Alle kamen runter von den Bäumen und auf uns zu geflitzt. Anscheinend gibt es dort auch ein "Albino-Squirrel" mit Schneeweißem Fell und roten Augen, das sich uns aber nicht zeigen wollte. Schade, eigentlich hätte ich das gerne gesehen.

Zahid zeigte uns, dass man sie ruhig füttern kann. Ich hielt mich da allerdings zurück. Irgendwie schienen mir die Tiere wie auf Drogen zu sein. Das war mir nicht ganz Geheuer. Während alle beschäftigt waren aufzupassen, dass sie nicht von Eichhörnchen angesprungen werden, entdeckte ich einen Mann mit einem abgerissenen Hosenbein und schmutziger Kleinung, der heftig mit ein paar Blumen an einem Strauch diskutierte. Ich beobachtete ihn eine Weile bis er anfing auf den Strauch einzuschlagen. Dann fragte ich Zahid was mit diesem Mann los sei. Er antwortete nur: Crystal math. Erschreckend was sowas mit Menschen machen kann. Anschließend liefen wir weiter durch die Stadt bis zu einem Markt auf dem Hunderte, meistens coloured Männer und Frauen vor, hinter oder neben ihren Ständen herumhüpften, dösten oder Touristen ihre Ware andrehten. Der Green Market Square.

Meiner Meinung nach viel zu touristisch und viel zu anstrengend. Das war ja nicht das erste Mal dass ich auf einem Markt war, also dachte ich ich wüsste ungefähr was auf mich zu kam. Tja - so war es nicht! Als wir, so dachte ich zumindest, noch nicht mal in Sichtweite waren, wurden wir schon überredet irgendwas zu kaufen, was wir noch nichtmal sahen :D Man muss genau aufpassen wohin man schaut und wie man seine Mimik verzieht, denn könnte es auch nur eine minimale Möglichkeit geben, dass man sich für etwas interessiert, brüllen die Verkäufer Dinge los wie: "looking is for free" oder "come and see" und "I make special price for you! Only for you my dear". Da könnte ich ja schon einen zuviel kriegen. Und als ob das nicht reichen würde denken die Händler es wäre eine super Verkaufsmethode, aufzuspringen und einem alles unter die Nase - und ich meine wirklich unter die Nase! – zu halten, sodass man auch noch schnuppern kann ob man es nicht doch vielleicht kaufen will. Ich machte mir ein Spaß daraus zu fragen ob sie denn die Bilder auf den Leinwänden selber gemalt hätten und dann ein selbstüberzeugtes "yeeees! I did aaall the paintings on my own." Zu hören bekam wobei sie auf Stapel von Leinwänden zeigten, die es genauso an jedem zweiten Stand zu kaufen gab. Naja nach ein paar kleinen Mitbringseln für meine Familie war ich dort dann auch durch und wirklich erleichtert wieder Frischluft zu bekommen und dem Geruch von alten Tüchern und Leder zu entkommen. Der nächste Stop war die Kapinistreet, wo Zahid uns unser erstes afrikanisches Essen spendierte: Samosas. Das sind Dreiecke aus dem gleichen Teig wie Frühlingsrollen gemacht, gefüllt mit unterschiedlichem Gemüse und Fleisch. Wir hatten Samosas mit Gemüse und Kartoffeln. Schmeckt hervorragend! Die Kapinistreet an sich hat nicht viel zu bieten außer den farbenfrohen Häusern, die meiner bisherigen Erfahrung nach das Land Südafrika sehr gut darstellen. Die Farben und Verziehrungen sind nämlich nur die vordere Fassade zur Straße hin.

Dahinter kommt eine schmutzige Wand, die nichtmal verputzt ist. So hat auch Südafrika viele schöne, beeindruckende Dinge, allerdings sieht es hinter dieser Fassade oftmals komplett gegenteilig aus.

12August
2014

#2 Orientation Somerset West

Am nächsten Tag stand dann eine "Orientation" auf dem Programm. Wir wurden um halb 9 von unserem Bus abgeholt und in ein kleines Café gebracht, wo wir auf die anderen Koordinatoren und die Leute die in den Appartments untergebracht waren trafen. Wir erfuhren alle wichtigen Infos und was im Notfall zu tun ist. Wir alle im Haus waren nämlich schon etwas beunruhigt wegen einem Einbruch, der ein Monat vor unserer Ankuft passierte. Die Gitter an einem Fenster waren anscheinend nicht richtig verschlossen gewesen und so gelang es dem Burgler ins Haus zu kommen und Kamera, Geldkarten etc. mitzunehmen. Einmal reichte ihm aber scheinbar nicht, denn er kam ca. 2 Wochen später nochmal. Allerdings wurden die Mädchen im Zimmer von den Geräuschen am Gitter wach und drückten rechtzeitig den Emergency Button, sodass der Alarm an ging und die Security keine 5 Minuten später da war. Natürlich erstmal beunruhigend wenn man sowas am zweiten Tag erzählt bekommt. Jedoch ist es ja auch wichtig zu wissen, dass man wirklich vorsichtig mit offenen Türen und Fenstern sein muss. Auf jeden Fall ging es nach der Einführung mit unserem Bus durch Somerset West, wo uns Banken, Polizei, Post und preiswerte, gute Restaurants gezeigt wurden.

 

 

Danach ging es zum Geld wechseln in die Mall und nachdem ich rausgefunden hatte dass die Mall viel! zu groß ist und man sich darin super verlaufen kann, sind wir wieder zurück zum Haus gefahren.

Am Abend hat dann jeder gekocht auf was er Lust hatte. Für mich gab es Bratkartoffeln mit Spiegelei und Bohnen :)

29Juli
2014

#1 Ankunft in SA

Da das Flugzeug mit jeglichen Beschäftigungsmöglichenkeiten ausgestattet war, kam mir der Flug nichtmal so lange vor. Bei der Zwischenlandung in Johannesburg war ich dann aber endgültig wieder wach, denn mein erster Flug hatte Verspätung. Ich rannte also wie eine Verrückte erst zum Kofferband, dann zum Schalter an dem ich mein Visum bekam, um danach einzuchecken und vom nächsten Flug wieder die Hälfte zu verschlafen. Am Flughafen wurden wir dann von einer Frau abgeholt, die scheinbar nicht mit uns sprechen wollte sondern lediglich unsere Namen auf einem Schild hoch hielt. Wir folgten ihr also in Richtung Taxi wo ein riesiger dunkelhäutiger Mann im gelben Pulli auf uns wartete und unsere Sachen einlud. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt durch Viertel voller Villen und ganzen Blöcken voller Wellblechhütten, kamen wir dann an.

 

Das einzige was man von außen sehen konnte war eine hohe Mauer, die das gesamte Haus umgab und ein elektrisches Tor an dem Schilder angebracht waren auf denen groß ‘‘ARMED‘‘ stand und andere die vor ‘‘watchenden neighbours‘‘ warnten. Wir luden also das Taxi aus und suchten vergeblich nach einer Klingel am Haus, die es wie wir später erfuhren, wegen Türbettlern nicht gab. Wir wurden schließlich bemerkt und das Tor ging auf. Ein riesiges Haus mit ebenso großem Garten stand vor uns. Hübsch gepflegt und mit den ganzen Palmen drum herum erweckte es sogar ein klein bisschen Urlaubsfeeling. Hayley, unsere Koordinatorin begrüßte uns und zeigte uns das Haus inklusive allen Emergency-Buttons und ‘‘Anti-burgle-Gittern‘‘. Wir hatten uns dummerweise das kälteste Zimmer ausgesucht, das es im ganzen Haus gab :D Um mal zu erklären was die Probleme sind die dieses Zimmer mit sich brachte: Nasse Haare nach dem Aufstehen, obwohl man sie am Abend davor trocken geföhnt hatte, nasse Handtücher, mit denen es sich super duschen lässt am nächsten Tag (Ironie!) und die ganze Nacht frieren trotz drei Decken. Lea meinte allerdings trotz dem Schnee auf den Bergen, dass Moskitonetze unverzichtbar seien :D!

 

Als wir ungefähr eine Woche später bemerkten dass es im Zimmer im ersten Stock ungefähr 10 grad wärmer war, zogen wir hoch. Vorher musste allerdings noch ein fünftes Bett aufgebaut werden. Damit war das Rudelschlafen dann gewährleistet!

Nächtliches Frieren gehörte der Vergangenheit an und im Rudel fühlt man sich auch gleich viel sicherer wenn der Wind gespenstisch durch die nicht ganz verschließbaren Fenster pfeift.

Am Nachmittag nach unserer Ankunft stand dann nur noch ein kurzer Trip in die Mall an, in der wir uns ersteinmal für die nächsten paar Tage mit Essen eindeckten. Allerdings leichter gesagt als getan! Wer schonmal in einem südafrikanischen Supermarkt war, weiß wovon ich spreche. Die Produkte sind nämlich scheinbar völlig willkürlich in die Regale einsortiert, sodass man keinesfalls davon ausgehen kann, dass sich die Milch sicherlich in der Nähe des Jogurts befindet und Kekse ganz sicher irgendwo bei den Süßwaren stehen müssten. Nach einer gefühlten Stunde hatte ich dann aber tatsächlich das wichtigste zusammen und es ging noch schnell an die Kasse. Ja… finde den Fehler… ‘‘schnell‘‘ scheint nicht im täglich gebrauchten Vokabular der Verkäuferinnen an 10! Kassen zu sein. Ganz gemächlich ziehen die dicklichen Frauen eins nach dem anderen übers Band und unterhalten sich dabei lebhaft mit den Frauen, die nach der Kasse mit Tüten warten, um in ebenso einer Geschwindigkeit alle Einkäufe einzupacken. Als ich dann auch das geschafft hatte ging es zurück ins Haus, wo wir die anderen Volunteers kennenlernten und den Abend gemütlich mit einem Film ausklingen ließen.

 

09Juli
2014

Jetzt hat auch das jüngste Küken das Nest verlassen ..

..dachte sich wohl meine Mama als die ein oder andere Träne beim Abschied am Flughafen übers Gesicht lief. Für meine Eltern fühlen sich Momente wie diese zwar erst wie gestern an, in Wirklichkeit sind inzwischen aber ein paar Jährchen vergangen denn ich bin jetzt 18 Jahre alt und habe dieses Jahr mein Abitur gemacht. Nun war ich also an den Punkt gekommen, an dem sich ein Kapitel schließt und man sehnsüchtig auf ein neues, aufregenderes und erfüllenderes wartet. Für mich war das also Afrika. Das Land der Vielfältigkeit und gleichzeitig eine komplett andere Lebenseinstellung und Kultur der Leute. Also wenn ihr mich fragt, schreit das nur förmlich nach Veränderung.

Jetzt stand ich also am Flughafen mit meinem 20 kg schweren Koffer und gefühlten 500 kg schweren Handgepäck. Nachdem ich meinen Koffer dann erfolgreich abgegeben und meine Eltern verabschiedet hatte, ging's los. Mit meinem Kissen unterm Arm auf der Suche nach dem richtigen Gate kam dann das erste Mal das Gefühl von: jetzt bin ich also alleine auf.

Als mir dann allerdings die ersten mit einem Prakikaweltenshirt entgegen kamen, verflog dieses Gefühl recht schnell. Um es dann doch ein bisschen zu wahren, beschloss ich erst einmal incognito zu bleiben und mein Shirt nicht anzuziehen :D Also beobachtete ich nur und dann gings auch schon los. Meine Nummer wurde zum Boarding aufgerufen und ich musste feststellen, dass ich schon wieder nicht durch einen durchsichtigen Tunnel laufen durfte!:( Die Enttäuschung wurde aber schnell durch meine Begeisterung von der riesigen Maschine ersetzt. Als ich meinen Fensterplatz dann gefunden hatte und versuchte meine Aufregung durch Gummibärchen zu verdrängen, ging's auch schon los.

      

Keine halbe Stunde später war ich vermutlich schon eingeschlafen.